Vom 12. bis 14. Oktober 2026 fand in Koszalin ein deutsch-polnischer Studienbesuch zur Entwicklung sozialer Dienstleistungen für ältere Menschen in der Euroregion Pomerania unter dem Motto „Demografie verbindet uns. Erfahrungen verbinden uns“ statt. Die Veranstaltung bot Raum für Dialog, Erfahrungsaustausch und die Suche nach gemeinsamen Lösungen für die Herausforderungen des demografischen Wandels und der alternden Gesellschaft.
An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter polnischer und deutscher Kommunalverwaltungen, sozialer Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Hochschulen sowie Organisationen teil, die sich für ältere Menschen engagieren. Ziel des Studienbesuchs war es, bestehende Lösungsansätze kennenzulernen, bewährte Praktiken vorzustellen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Seniorenpolitik und der sozialen Dienstleistungen weiterzuentwickeln.
Der erste Veranstaltungstag war der Analyse der demografischen Situation sowie der Herausforderungen für die Unterstützungssysteme älterer Menschen in Polen und Deutschland gewidmet. Im Rahmen eines Expertenpanels wurden die Perspektiven von Greifswald, Koszalin und Słupsk vorgestellt. Dabei wurden unter anderem der steigende Pflegebedarf, die Entwicklungsrichtungen der Seniorenpolitik, die Rolle der Zentren für soziale Dienstleistungen sowie die Bedeutung der Ausbildung qualifizierter medizinischer und pflegerischer Fachkräfte thematisiert.
Am zweiten Tag des Studienbesuchs standen praktische Lösungsansätze im Mittelpunkt, die den sich wandelnden Bedürfnissen älterer Menschen gerecht werden. Besprochen wurden Herausforderungen im Zusammenhang mit der stationären Pflege, Demenz sowie der Organisation wohnortnaher Unterstützungsangebote. Ein wichtiger Programmpunkt war die Vorstellung der Staatlichen Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Koszalin (PANS), die eine bedeutende Rolle bei der Ausbildung qualifizierter medizinischer und pflegerischer Fachkräfte spielt und damit auf den wachsenden Bedarf einer alternden Gesellschaft reagiert. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die Bedeutung der Hochschule für die Entwicklung personeller Ressourcen im Gesundheits- und Pflegebereich.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Sozialhilfeheims „Zielony Taras“ sowie der Tagespflegeeinrichtung „Złoty Wiek“ Senior+. Dabei konnten sich die Teilnehmenden mit den praktischen Aspekten der Pflegeorganisation, der sozialen Aktivierung älterer Menschen und der Umsetzung sozialer Dienstleistungen vertraut machen.
Am dritten Tag fanden deutsch-polnische Workshops unter dem Motto „Soziale Dienstleistungen der Zukunft – von Erfahrungen zu gemeinsamen Lösungen“ statt. Im World-Café-Format diskutierten die Teilnehmenden über die Entwicklung gemeinsamer Empfehlungen zur Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltungen, sozialen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie der Weitergabe bewährter Praktiken und beruflicher Erfahrungen.
Ein zentrales Ergebnis des Austauschs war die Erkenntnis, dass eine wirksame Seniorenpolitik einen ganzheitlichen Ansatz erfordert. Dieser sollte professionelle Pflege, wohnortnahe Unterstützungsangebote, soziale Teilhabe sowie emotionale und spirituelle Unterstützung miteinander verbinden. Die gemeinsamen Gespräche ermöglichten es, die demografischen Herausforderungen aus der Perspektive beider Länder zu betrachten und Bereiche zu identifizieren, in denen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einen konkreten Mehrwert schaffen kann.
Der dreitägige Studienbesuch war ein wichtiger Schritt zum Aufbau einer nachhaltigen deutsch-polnischen Partnerschaft in der Euroregion Pomerania. Er bestätigte, dass trotz unterschiedlicher Strukturen der Unterstützungssysteme ein gemeinsames Ziel besteht: die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern, bedarfsgerechte und zugängliche soziale Dienstleistungen weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und lokalen Gemeinschaften zu stärken.
Die Demografie verbindet uns – und gemeinsame Erfahrungen sowie partnerschaftliches Handeln können die Grundlage für eine bessere Zukunft der sozialen Dienstleistungen für ältere Menschen auf beiden Seiten der Grenze bilden.








