Vom 2. bis 4. September 2026 fand in Stralsund ein deutsch-polnischer Fachaustausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Justizvollzugsanstalt Stralsund und der Justizvollzugsanstalt Koszalin statt. Ziel des Besuchs war es, Einblicke in die Arbeit des Justizvollzugs in Mecklenburg-Vorpommern zu ermöglichen, Erfahrungen auszutauschen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen beiden Einrichtungen weiterzuentwickeln.
Das umfangreiche Tagungsprogramm verband fachliche Inhalte mit unmittelbaren Einblicken in die Praxis. Nach der Ankunft und Begrüßung der polnischen Delegation standen am zweiten Veranstaltungstag unter anderem Vorträge zur Integralen Straffälligenarbeit (InStar) in Mecklenburg-Vorpommern, zur zweijährigen Ausbildung im Allgemeinen Vollzugsdienst sowie zur berufsspezifischen Konfliktbewältigung und Selbstverteidigung auf dem Programm. Eine Besichtigung der JVA Stralsund vermittelte den Gästen anschließend einen vertieften Eindruck vom geschlossenen Vollzug.
Am Abend empfing die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Jacqueline Bernhardt, die polnische Delegation. Sie betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit im Ostseeraum und des regelmäßigen fachlichen Austauschs zwischen den Justizvollzugseinrichtungen beider Länder.
Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs war die Unterzeichnung einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung zwischen der JVA Stralsund und der JVA Koszalin. Unterzeichnet wurde sie von Oberst Marcin Śnieżko vom Strafvollzugsdienst Koszalin und dem Leiter der Justizvollzugsanstalt Stralsund, Karel Gottschall. Die Vereinbarung bildet eine Grundlage für die weitere Zusammenarbeit und sieht unter anderem gegenseitige Arbeitsbesuche, Fachtreffen, Konferenzen, Studienaufenthalte und weitere gemeinsame Aktivitäten vor.
Am dritten Veranstaltungstag wurde der fachliche Austausch fortgesetzt. Neben einem offiziellen Empfang beim Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund stellte Olaf Wulf von der Kommunalgemeinschaft Europaregion POMERANIA e.V. den Kleinprojektefonds „Vertrauen stärken“ vor. Weitere Programmpunkte beschäftigten sich mit der Entlassungsvorbereitung und der Unterbringung im offenen Vollzug. Eine Besichtigung des offenen Bereichs der JVA Stralsund sowie die gemeinsame Auswertung des Besuchs und Gespräche über Themen und Termine zukünftiger Treffen rundeten das Programm ab.
Simultane Verdolmetschung als Grundlage für einen erfolgreichen Fachaustausch
Eine zentrale Voraussetzung für den intensiven fachlichen Dialog war die zuverlässige sprachliche Verständigung zwischen den deutschen und polnischen Teilnehmenden. Das Projekt Informations- und Beratungsnetzwerk Greifswald (IBN) unterstützte die Veranstaltung durch die simultane Verdolmetschung und sicherte damit die erfolgreiche Durchführung des Austausches über Sprachgrenzen hinweg.
So konnten Fachvorträge, Diskussionen und Gespräche unmittelbar verfolgt und die Erfahrungen beider Seiten ohne sprachliche Barrieren miteinander geteilt werden. Das IBN leistete damit einen wichtigen Beitrag dazu, die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Justizvollzug weiter zu stärken und neue Perspektiven für die zukünftige Kooperation zu eröffnen.
Der Besuch in Stralsund hat gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen, fachlicher Wissenstransfer und verlässliche Kommunikation für eine nachhaltige grenzüberschreitende Zusammenarbeit sind.




Fotos: Izabela Kattner, IBN Greifswald, Michaela Hahn, Justizvollzugsanstalt Stralsund
IBN Greifswald